Jahresthemen 2026
Das Jahr 2026 bringt uns zahlreiche harmonische Aspekte. Nahezu alle Langsamläufer-Zyklen bilden untereinander Sextile oder Trigone, Saturn und Neptun bilden am 20. Februar eine Konjunktion und Jupiter und Pluto im Juli eine Opposition. Dieses Jahr verspricht daher viel positive Dynamik in Richtung guter Lösungen lange schwelender Konflikte.
Wir können als Astrologen nicht konkret voraussagen, was in der Welt passieren wird. Wir wissen nicht, wer sterben wird, wer an die Macht kommen wird, welche Firmen Erfolg haben werden oder welche Naturkatastrophen uns heimsuchen werden. Wir können nichts darüber sagen, welche Erfindungen gemacht werden oder welche Machtwechsel in welchem Land stattfinden werden. Wir können nur Konstellationen beschreiben, angeben, für welche Energien sie stehen und welche Entwicklungen damit in der Vergangenheit verbunden waren. Astrologen beobachten den Himmel und die dort zu findenden Planetenkonstellationen von der Erde aus und vergleichen diese Stellungen mit früheren Zeitperioden, in denen diese schon einmal stattgefunden haben. Und das seit vielen Jahrtausenden! Aus diesen Beobachtungen und Aufzeichnungen lassen sich dann Vermutungen über die jeweilige Zeitqualität unter solchen Konstellationen anstellen. Und diese Zeitqualität beschreiben Astrologen. Nicht mehr und nicht weniger.
In der persönlichen Beratung ist es aber bereits sehr wertvoll, wenn wir den zu Beratenden sagen können, welcher Art die Erfahrung sein wird, die sie in der kommenden Zeit machen werden und wie lange sie etwa dauert. Alleine diese Information ist für viele Menschen hilfreich. In unsere Vorhersagen bringen wir aber immer auch unsere Persönlichkeit, unsere Weltsicht und unsere Werte ein. Eine völlig objektive Deutung ist damit unmöglich und vielleicht auch gar nicht erwünscht. Wie Bernadette Brady (1992) sagt, ist Astrologie sowohl Kunst als auch Wissenschaft. Wir benötigen beides: sehr präzise Kenntnisse der astrologischen Symbolik und ihrer Deutung, aber auch Intuition. Wenn ein Astrologe sich nur auf seine Intuition verlässt, wäre ich skeptisch und wo er nur rezeptbuchartige Deutungen anbietet, vermutlich gelangweilt.
In der Mundanastrologie wird Deutung noch ein wenig schwieriger, denn hier stellt sich die Frage, welche Konstellationen ich auswähle. Wir haben es 2026 mit einem Jahr zu tun, in dem ausnahmslos alle Langsamläufer-Zyklen wichtige Aspekte bilden und fünf Langsamläufer (inklusive Chiron) ihr Zeichen wechseln. Welche Konstellation greifen wir jetzt heraus? Und welche wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen Ereignisse oder wissenschaftlichen Entdeckungen und Erfindungen wählen wir aus, die genau für die ausgewählte Konstellation stehen? Hier wird es überaus komplex und es kommt eben immer darauf an, welche Punkte wir verbinden, also welche Informationen und Beobachtungen in dieser Welt wir heranziehen, um sie zu einem größeren Ganzen zu verweben. Diesen Gedanken habe ich in einem früheren Artikel ausführlich behandelt (vgl. Artikel „Energiewechsel“).
Die Saturn-Neptun-Konjunktion
Die mächtigste und bedeutendste Konstellation des kommenden Jahres ist sicher die Saturn-Neptun-Konjunktion. Derartige Konjunktionen finden nur etwa alle 36 Jahre statt. Die letzten fünf fanden zu folgenden Zeiten statt:
- 1846 (dreimalig: 4. April, 5. September und 11. Dezember)
- 12. Mai 1882
- 1. August 1917
- 1952/53 (21. November 1952, 17. Mai und 22. Juli 1953)
- 1989 (dreimalig: 3. März, 24. Juni und 13. November)
Die nun kommende Konjunktion wird am 20. Februar 2026 einmalig exakt.
Saturn steht für Struktur, für die messbare Zeit, für Konsequenz, für Härte, weltliche Macht, Bedingungen, Einschränkungen und Verbote. Psychologisch wird er auch gerne mit Hemmung, Angst und Furcht in Verbindung gebracht, aber auch mit Reife, Verantwortung und Disziplin. Neptun dagegen steht für Hingabe, Zeitlosigkeit, ein Sich-treiben-Lassen, Sensitivität, Subversivität, Auflösung und Zerfall. Psychologisch für Verschmelzungswünsche, Regression, Sehnsucht nach Erlösung, Passivität und die Sehnsucht nach Einswerdung. Ist Saturn Herr der quantitativ messbaren Zeit, so steht Neptun eher für Zeitlosigkeit und Ewigkeit.
Wenn diese beiden Faktoren aufeinandertreffen, löst Neptun entweder die Strukturen des Saturn auf oder Saturn verwirklicht, also manifestiert, die Träume Neptuns. Aus diesem Grund können wir verschiedene historische Phänomene als konkrete Entsprechungen dieser Konjunktion beobachten, nämlich die Auflösung großer Reiche, die Entdeckung wichtiger Gesetzmäßigkeiten in der Physik oder die Mutation von Medien, um nur drei Beispiele zu nennen. Im ersteren Fall löste Neptun alte staatliche Strukturen auf, die nicht mehr funktionierten. Im zweiten Beispiel würde etwas Ewiges, nämlich die Natur der Welt selbst, konkret in der Welt beobachtbar und messbar, indem ein Physiker ein wichtiges Prinzip versteht, das bisher unentdeckt blieb. Chris Brennan weist in seinem Youtube-Beitrag darauf hin, dass Medien sich entscheidend weiterentwickelten, wenn Saturn und Neptun eine Konjunktion bildeten. So wurde etwa die Krönung Königin Elisabeths II erstmals live im Fernsehen übertragen (Saturn-Neptun-Konjunktion von 1952/53), während sich die Medien bei der Konjunktion 1989 von zwei Sendungen pro Tag zu 24-Stunden-Sendern entwickelten. Astrologisch könnte man das so deuten, dass das bisher Unsichtbare Neptuns in die konkrete Sichtbarkeit Saturns gebracht wurde. Das größte Potenzial dieser Konjunktion ist aber die Manifestation (Saturn) eines höheren Bewusstseins (Neptun) in der Welt.
Wir wissen, dass Saturn-Neptun-Konjunktionen häufig mit dem Zusammenbruch großer Reiche verbunden waren (z.B. Österreich/Ungarn 1917/18, Sowjetunion 1989). Generell fanden viele Wendepunkte in der russischen Geschichte während Saturn-Neptun-Konjunktionen statt. Mitunter waren Saturn-Neptun-Konjunktionen auch von kollektiver Paranoia begleitet. Ein sehr altes Beispiel wäre die Veröffentlichung des Malleus malleficarum („Hexenhammer“) im Jahr 1486 zeitgleich mit einer Saturn-Neptun-Konjunktion, die die erste große Hexenverfolgung auslöste. Ein aktuelleres Beispiel wäre die sogenannte Satanic Panic, bei der in den späten 1980er Jahren dunkle religiöse Fantasien mit den Menschen durchgingen und sie überall satanische Verschwörungen und satanischen Missbrauch sahen. Auch die Kommunistenpanik in den USA um 1952/53 wäre ein gutes Beispiel dafür. Jene, die überall linksextreme und antifaschistische Verschwörungen sehen wollen, sind wohl ein heutiges Beispiel für diese Energie.
Besännen wir uns jedoch auf das größte Potenzial von Saturn-Neptun, so könnten wir auch erkennen, dass hier ein höheres Bewusstsein (Neptun) konkrete Gestalt (Saturn) annehmen könnte. Und tatsächlich ist in der Philosophie und Psychologie ein Streit darüber entbrannt, was Bewusstsein eigentlich sei. Die Hardcore-Materialisten sehen Bewusstsein immer noch als etwas, das ausschließlich als Nebenphänomen im menschlichen Gehirn und nirgendwo sonst entsteht. Und dann gibt es eine wachsende Gruppe von Wissenschaftlern, die allmählich davon ausgeht, dass Bewusstsein die Basis von allem sein könnte. Sind menschliche Gehirne vielleicht nur so etwas wie Empfangsgeräte für ein universelles Bewusstsein? Ich habe dazu in einem früheren Artikel ausgeführt, dass häufig wichtige Durchbrüche der Physik dann gelangen, wenn Saturn durch das Zeichen Fische ging (vgl. Artikel Saturn in Fische). Das ist aktuell noch bis 14. Februar 2026 der Fall und zwischen 7. und 26. Januar bewegen sich Neptun und Saturn in einer engen Konjunktion in den aller letzten Graden des Zeichens Fische. Womöglich steht ein solcher Durchbruch also unmittelbar bevor.
Persönliches Erleben
Für jene meiner Leser, die am persönlichen Erleben der Zeitqualität interessiert sind, empfehle ich, in sehr stillen Momenten und in der Meditation zu beobachten, ob sie einen Unterschied der aktuellen Saturn-Neptun-Konjunktion in den Fischen und der späteren im Widder wahrnehmen können. Bis 26. Januar bewegen sich nämlich beide Planeten noch im Fischezeichen, am 26. Januar wechselt dann zunächst Neptun und später, am 14. Februar, auch Saturn in den Widder. Ab diesem Datum können wir dann die Saturn-Neptun-Konjunktion ausschließlich in ihrer Widderqualität wahrnehmen.
Die Langsamläufer-Zyklen 2026

Sehen wir uns zunächst einen Überblick über die großen Zyklen an, die die Planeten Jupiter bis Pluto untereinander bilden. Dabei fällt auf den ersten Blick auf, dass wir es fast ausschließlich mit zunehmenden Zyklen zu tun haben. Außerdem bilden die großen Zyklen, sehen wir von der Jupiter-Pluto-Opposition ab, im kommenden Jahr nur harmonische Aspekte. Fünf Zyklen bilden kommendes Jahr ein Sextil, drei bilden ein Trigon und Saturn-Neptun bilden eine Konjunktion.
Bemerkenswert ist, dass die langsamsten Zyklen (Neptun-Pluto, Uranus-Neptun und Uranus-Pluto) für sehr lange Zeit harmonische Aspekte zueinander bilden werden. Das Neptun-Pluto-Sextil dauert von 1950 bis 2032 und durchläuft in dieser Zeitperiode drei Hauptphasen, in denen das Sextil sehr häufig exakt wird. Die erste dieser Hauptphasen war von 1950 bis 1956 mit insgesamt 15 Exaktheiten des Sextils. Danach wurde das Sextil zwischen 1976 und 1986 21 Mal exakt und wir nähern uns jetzt der abschließenden Phase mit weiteren 13 exakten Sextilen von 2026 bis 2032 (vgl. auch Artikel Zyklen und Zeitgeist). Der Uranus-Neptun-Zyklus ist mit 172 Jahren Dauer der zweitlängste Zyklus und befindet sich seit 2024 im Orbis eines Sextils, das 2025 bis 2027 insgesamt fünf Mal exakt wird, bevor es Mitte 2029 aus dem Orbis eines Sextils läuft. Dazu kommt noch ein sehr lang anhaltendes Uranus-Pluto-Trigon, das innerhalb 3 Grad Orbis von Sommer 2024 bis Frühjahr 2030 dauern wird. Dieses Trigon wird 2026 bis 2028 ebenfalls fünf Mal exakt, wobei das Trigon auch Mitte August bis Ende Oktober 2025 bereits innerhalb weniger als 1 Grad Orbis exakt war und insbesondere im September 2025 teilweise nur wenige Bogenminuten auf die Exaktheit fehlten.
Einen besonderen Höhepunkt dürfte die Zeit Ende Juli darstellen, wenn das Uranus-Neptun-Sextil, das Jupiter-Uranus-Sextil und das Jupiter-Neptun-Trigon exakt wird, gleichzeitig bilden auch Jupiter und Pluto eine Opposition, womit der Zyklus dann auch schon in seine abnehmende Phase eintritt. Übrigens, was die großen Zyklen und ihre Hauptaspekte angeht, bleibt die Zeitqualität noch einige Jahre harmonisch. Was kommende kritischere Aspekte angeht, fallen nur das Saturn-Pluto-Quadrat von 2028/29 sowie die Saturn-Uranus-Konjunktion von Juni 2032 ins Auge.
All diese Aspekte legen eine Zeitqualität nahe, die sehr dynamisch ist und gleichzeitig dürften sich Veränderungen aufgrund der harmonischen Aspekte sehr viel leichter vornehmen lassen als zu anderen Zeiten.
Die Langsamläufer-Ingresse 2026

Im Jahr 2026 wechseln jetzt endgültig Saturn, Neptun und Uranus ihr Zeichen. Neptun macht den Anfang am 26. Januar, Saturn folgt am 14. Februar und Uranus am 26. April. Außerdem wechselt Chiron nach fast 8 Jahren im Zeichen Widder erstmals für kurze Zeit in das Zeichen Stier (19. Juni bis 18. September 2026), kehrt aber im Herbst wieder in den Widder zurück. Der endgültige Wechsel in den Stier erfolgt dann im April 2027 (vgl. Artikel Chiron in Widder).
Chiron konfrontierte uns im Widder vor allem mit Gewalt, Krieg und Zerstörung. Alles Widderhafte, nämlich das Kämpfen, sich Durchsetzen, Angreifen, Streiten, Erobern und Wollen wurde hier zum Problem und zu einem Schmerz. Insbesondere die Sensibleren unter uns haben den Krieg, den Kampf, das Machertum, das Angreifen und auch Konflikte stark in Frage gestellt. Da Widder auch für Energie, Impulsivität und Antrieb steht, führte Chirons Stellung im Widder konsequenterweise auch zu Energiekrisen und der Thematisierung der globalen Energiegewinnung. Mit Chiron im Stier wird es verstärkt um Themen wie Selbstwert, Sicherheit, aber auch Körperlichkeit und existenzielle Unsicherheit gehen. Auch Währungssysteme könnten in Frage gestellt werden oder massive Kursschwankungen zu einem radikalen Umdenken auffordern. Auch die extrem asymmetrische Anhäufung riesiger Vermögen auf der einen Seite und die Verarmung großer Bevölkerungsteile dürften Thema werden. Auf diese Wunde legt aber auch Pluto im Wassermann seinen Finger, da hier Ungerechtigkeit, Ungleichheit und die Herrschaft einiger weniger sehr mächtiger und reicher Personen zunehmend problematisiert wird. Eine ähnliche kollektive Stimmung führte im späten 18. Jahrhundert, beim letzten Durchgang Plutos durch den Wassermann, schließlich zur französischen Revolution. Vielleicht wird der Sturz sehr mächtiger Personen diesmal nicht ganz so blutig verlaufen, aber sie sollten trotz allem damit rechnen, dass ihre Tage gezählt sind.
Weitere wichtige Konstellationen im Überblick
Jupiter in Krebs und Löwe
Jupiter ist am Anfang des Jahres noch rückläufig und wird am 11. März auf 15°05′ Krebs direktläufig. Er bleibt bis 30. Juni im Krebs und wechselt dann für den Rest des Jahres und bis 26. Juli 2027 in den Löwen. Laut traditioneller Deutung ist Jupiter im Krebs erhöht, was bedeutet, dass er sich hier besonders gut entfalten kann. Angelegenheiten, die mit Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Empathie zu tun haben, sind jetzt begünstigt. Unsere Wahrheitssuche geht jetzt eher nach innen, wir suchen Antworten in der Tiefe unserer Seele, in unseren Gefühlen und Träumen. Mit seinem Transit durch das Löwezeichen begünstigt er dann Lebensfreude und Selbstausdruck. Mut, Kreativität und Selbstvertrauen stehen dann im Vordergrund. Eine kritische Phase könnte der Juli darstellen, da in dieser Zeit Jupiter eine Opposition mit Pluto im Wassermann bilden wird. Diese Phase konfrontiert uns mit der Spannung zwischen authentischem Selbstausdruck und kollektiven Bedürfnissen. Vielleicht kommt es um diese Zeit herum auch zu massiven Machtkonflikten und Konfrontationen mächtiger Personen.
Saturn in Widder
Saturn steht zum Jahresanfang noch auf 26°10′ Fische (vgl. Artikel Saturn in Fische) und tritt am 14. Februar endgültig in das Zeichen Widder ein. Dort bleibt er bis 13. April 2028. Nur eine Woche nach seinem Eintritt in den Widder bildet er die Konjunktion mit Neptun auf 0°45′ Widder. Saturn im Widder steht für gerichtete, gebündelte Kraft. Er bremst hier unseren Tatendrang und lässt uns langsamer vorankommen als sonst. Unsere Kraft wird hier durch Widerstand getestet. Womöglich haben wir auch Blockaden im Kopf, die unser Vorankommen verhindern. Wir könnten uns mit der Frage beschäftigen, wo uns Herausforderungen stärken, wo Ausdauer sich lohnt und wo zu große Verbissenheit möglicherweise nur zu Zahnausfall führen wird. 😉
Mit Saturn im Widder geht es darum, uns unsere Kräfte einzuteilen und nichts zu überstürzen. Es geht aber auch um ein Handeln mit Verantwortung, um Geduld und darum, das Richtige zu tun. Harte Anstrengungen machen sich jetzt mehr als sonst bezahlt, wenn auch mitunter langsamer, als wir uns das erwarten. Da Widder unter anderem auch für Krieg steht, ist es durchaus denkbar, dass Saturns Eintritt in den Widder auch das Ende von Kriegen anzeigen könnte.
Neptun in Fische und Widder
Neptun stand seit 4. April 2011 erstmals und seit 3. Februar 2012 endgültig im Zeichen Fische (vgl. Artikel Neptun in Fische). Anfang des Jahres 2026 befindet er sich noch auf dem letzten Fischegrad und wird am 26. Januar endgültig in den Widder eintreten und dauerhaft für die nächsten 14 Jahre in diesem Zeichen bleiben. Wir sind mit Inspiration und Träumen übervoll und wollen jetzt zur Tat schreiten (vgl. Artikel Neptun in Widder).
Neptun untersucht in den nächsten 14 Jahren die tieferen Schichten unseres Willens. Altruistisches Handeln könnte deutlich stärker in den Vordergrund treten als bisher. Neptun vereitelt im Zusammenhang mit Mars oder Widder häufig allzu egoistisches Handeln, begünstigt jedoch mitmenschliches Tun. Wir könnten in dieser Zeitperiode immer wieder mit geschwächtem Antrieb und verminderter Durchsetzungskraft konfrontiert sein. Vielleicht taucht alter Zorn in uns auf oder wir handeln nicht so redlich, wie es eigentlich gut für uns wäre. Was sind unsere moralischen Ambitionen? Wo lassen wir unseren Träumen Taten folgen? Und wo könnte es sogar eine Stärke sein, Schwäche zuzulassen? (Bregman, 2024)
Uranus in Stier und Zwillinge
Uranus transitiert von 8. November 2025 bis 26. April 2026 letztmalig durch Stier und tritt an diesem Tag endgültig in das Zeichen Zwillinge ein. Mit Uranus in Stier ging es vor allem um Ressourcen, den Boden, auf dem wir stehen, wortwörtlich Erde, landwirtschaftliche Nutzflächen, Immobilien, Ernährung, die Sippe, soziales Engagement, aber auch um Abgrenzung, (Revier-)Verteidigung und Sammelleidenschaft. Uranus in Stier beleuchtete unseren Umgang mit diesen Themen, brachte Innovationen und ermöglichte uns, durch überraschende Wendungen einen anderen Blick auf diese Bereiche (vgl. Artikel Themen mit Uranus in Stier und Uranus in Stier: Befreiung vom Materiellen).
Der Planet Uranus und das Zeichen Zwillinge sind wesentlich kompatibler als Uranus mit Stier. Uranus regiert Wassermann, ein Luftzeichen, und Zwillinge ist ebenfalls ein Luftzeichen, in dem es um Vernetzung, Kommunikation, Austausch und Kontakt geht. Wir betreten mit Uranus in Zwillinge eine Zeit voller Ideen und Inspirationen, es fällt uns jetzt leichter als sonst, Dinge neu zu denken und mit ungewöhnlichen Lösungen umzugehen. Wir werden vielleicht aufgefordert, die Perspektive zu wechseln oder unser Widerspruchsgeist ist gefordert. Wir sind herausgefordert unabhängig und eigenständig zu denken. Neue Ideen lassen sich jetzt leichter implementieren als in anderen Zeitepochen, da Pluto jetzt für sehr lange Zeit im Trigon zu Uranus steht, und zwar in Uranus´ Zeichen Wassermann. Das Trigon begann, bei einem Orbis von 3 Grad, bereits im Sommer 2024 und dauert bis Anfang 2030 (vgl. Artikel Jahresthemen 2024).
Beim zunehmenden Trigon eines Zyklus geht es um den kreativen Ausdruck und die konkrete Anwendung im Äußeren. Die Energien von Uranus und Pluto fließen hier deutlich harmonischer ineinander, als das bei einem Quadrat der Fall wäre (Rudhyar, 1994). Wir dürfen in vielen Bereichen der Welt große Umwälzungen erwarten, die sich, da es sich hier um ein Trigon handelt, aber relativ mühelos vornehmen lassen. Dasjenige, was wir seit der Konjunktion in den 1960-er Jahren wirklich verstanden haben, kommt jetzt zur Anwendung und wird innerhalb weniger Jahre in großer Breite umgesetzt.
Pluto in Wassermann
Seit 19. November 2024 ist Pluto endgültig im Wassermann. Ich habe zu diesem Thema schon drei Artikel verfasst (vgl. Artikel Pluto in Wassermann – der Übergang, Pluto in Wassermann historisch und Gedanken zu Pluto im Wassermann). Ein Buch, das, wie ich meine, ausgezeichnet zum Thema Pluto in Wassermann passt, ist das Buch "Moralische Ambition" von Rutger Bregman. Er bringt in dem Buch zahlreiche Beispiele von Menschen, die Missstände in der Welt erkannten und begannen, etwas dagegen zu unternehmen. Als erstes Beispiel führt er Thomas Clarkson an, der sich im Zuge seines Studiums in das Thema Sklaverei einlas und für einen Rhetorikwettbewerb einen Aufsatz zum Thema schrieb ("Ist es rechtens, andere gegen ihren Willen zu versklaven?"). Nach seinen eigenen Recherchen wurde er zum leidenschaftlichen Kämpfer für die Abschaffung der Sklaverei. Als Clarkson diesen Artikel schrieb, war Pluto gerade auf 10° Wassermann angekommen.
Die Bewegung des Abolitionismus ist ein hervorragendes Beispiel für die Zeitqualität unter Pluto in Wassermann. Individuell könnten wir uns die nächsten 20 Jahre fragen: "Wofür oder wogegen möchte ich mich einsetzen?", "Wo erkenne ich Ungerechtigkeit?", "Was scheint mir mit Menschlichkeit unvereinbar", "Wo gilt es Ungleichheit zu bekämpfen?" Und Rutger Bregman wirft in dem Buch eine sehr interessante Frage auf, die unter die Haut geht. Wir glauben ja gerne, dass wir heute überaus zivilisiert seien und die schlimmsten Übel der Barbarei überwunden hätten. Wir glauben, wir seien gut, weil wir keine Kinder mehr opfern, keine Hexen verbrennen, keine Menschen versklaven, Frauen in vielen Bereichen gleichberechtigt sind, die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert ist und es in manchen Städten sogar Tierambulanzen gibt. Aber wie werden die Menschen in 200 Jahren über uns urteilen? Was werden sie für vollkommen barbarisch und unzivilisiert halten? Wie werden sie unser heutiges Bildungssystem beurteilen? Es lohnt sich, darüber nachzudenken! Ist es die Tatsache, dass wir als Menschheit immer noch Kriege führen und eine Abschaffung des Krieges für die meisten von uns nicht einmal denkmöglich ist? Ist es moralisch vertretbar, dass wir Milliarden für Luxusgüter ausgeben, während Millionen von Kindern an Unterernährung leiden? Ist es in Ordnung, Fleisch aus Massentierhaltung zu essen und dabei völlig auszublenden, wie viel Tierleid wir dadurch in Kauf nehmen? Ist es als Menschheit in Ordnung, zuzulassen, dass einige Menschen unanständig reich sind, während Millionen nur das Nötigste zum Leben haben? Sollte es weiterhin erlaubt sein, dass Reiche und Mächtige, sich Politiker kaufen oder Gesetze bestellen? – Vermutlich fallen Ihnen selbst weitere Beispiele ein, die beispielsweise ein Mensch des 23. Jahrhunderts an unserem Leben verurteilen könnte. Allein der Gedanke ist zutiefst wassermännisch, weshalb ich das Buch auch sehr empfehlen möchte (Bregman, 2024).
Finsternisse 2026
Im vor uns liegenden Jahr gibt es vier Finsternisse, zwei Mondfinsternisse und zwei Sonnenfinsternisse, nämlich:
- eine ringförmige Sonnenfinsternis am 17. Februar 2026 auf 28°50′ Wassermann (im Quadrat mit Uranus),
- eine totale Mondfinsternis am 3. März 2026 auf 12°54′ Jungfrau,
- eine totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 auf 20°02° Löwe und
- eine partielle Mondfinsternis am 28. August 2026 auf 4°54′ Fische (im Quadrat mit Uranus).
Die beiden Finsternisse im Quadrat mit Uranus könnten dabei besonders disruptiv sein und überraschende, plötzliche Wendungen bringen. Die Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 ist übrigens die letzte in Europa sichtbare totale Sonnenfinsternis für sehr viele Jahrzehnte. Die nächste, in weiteren Teilen, unter anderem auch in Teilen Süddeutschlands und Österreichs, sichtbare totale Sonnenfinsternis gibt es erst am 3. September 2081! Eine totale Sonnenfinsternis vom 12. September 2053 wird allerdings im südlichsten Teil der iberischen Halbinsel, in der Gegend um Gibraltar, zu sehen sein.
Abschlußbemerkung
Seit vielen Jahren beschäftigt mich der, angeblich aus Tibet stammende, Spruch: „Der fallende Baum macht Krach, der Wald wächst lautlos.“ Wenn wir heute, Anfang 2026, auf die Welt blicken, scheinen wir überall solche fallenden Bäume wahrzunehmen. Die einen sehen die Demokratie fallen, andere den Frieden in der Welt und wieder andere die Erde selbst in Form von Umweltzerstörung, Klimawandel, Vergiftung der Meere und anderem. Gleichzeitig scheinen wenige wahrzunehmen, dass 2025 auch das erste Jahr in der Geschichte der Menschheit war, in dem mehr Energie aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wurde als aus Kohle. Und dieser Trend ist stark steigend (Quelle: Good News Channel – Youtube). Neben dem Gewinn für unsere Umwelt, hat das auch gewaltige politische Auswirkungen. Gerade jene Länder, die industriell nicht so weit entwickelt sind, wie Europa und die USA holen mit Riesenschritten auf und werden zunehmend energieautark und unabhängiger. Die fossile Lobby liegt im Sterben, nur einige Polit-Dinosaurier wollen das nicht wahrhaben und unternehmen teilweise aktiv Schritte, um diese Entwicklung aufzuhalten. Es wird ihnen nicht gelingen! Wer in Zukunft weiter auf fossile Energieträger setzen wird, schaufelt sein eigenes wirtschaftliches Grab. Erdöl dürfte noch für einige Zeit in der Kunststofferzeugung Bedeutung haben, aber womöglich werden auch hier bald brauchbare Alternativen gefunden.
So tragisch der Krieg Russlands gegen die Ukraine auch ist, er war auch ein Katalysator für ein Umdenken hinsichtlich zu großer Energieabhängigkeit. Sicher, einige wollen immer noch Atomkraftwerke bauen und „technologieoffen“ sein, womit sie meinen, dass sie dem Verbrennungsmotor noch eine Chance geben wollen. Allein, er hat keine. Dezentralisierung, Energie-Autarkie und Unabhängigkeit dürften wesentliche Entsprechungen von Pluto in Wassermann sein. Die Forderung nach mehr Gerechtigkeit hinsichtlich der Vermögensverteilung in der Welt wäre ein anderer wichtiger Aspekt und wird wohl für die gesamte Zeit Plutos im Wassermann nicht verstummen.
Und warum möchten wohl Russland und die USA die EU am liebsten zerstören? Gerade, weil hier teilweise etwas vernünftigere Menschen am Werk sind, die sich um Persönlichkeitsrechte und allzu ungesunde Zusatzstoffe in unserem Essen sorgen, die unsere Demokratie schützen wollen und sicherstellen wollen, dass Menschen zu ihrem Recht kommen. Die EU hat in den letzten Jahren zahlreiche Strafen gegen US-Technologiekonzerne verhängt, weil diese sich nicht an europäisches Recht halten. Nur ein Beispiel: der Konzern Meta, zu dem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, hat alleine im Jahr 2024 über 16 Milliarden Dollar mit betrügerischer Werbung verdient. Das ist beinahe ein Zehntel ihres gesamten Umsatzes! Dieser Konzern tut nahezu nichts gegen diesen Betrug, weil er durch betrügerische Anzeigen ebenso gut verdient wie durch seriöse. Und wenn europäische Bürger versuchen, dagegen vorzugehen, sind sie selbst dann machtlos, wenn sie über sehr große finanzielle Mittel verfügen, vom Durchschnittsverdiener gar nicht zu reden (https://orf.at/stories/3410817/). Ich habe auch aus diesem Grund mein Facebook- und Instagram-Konto schon vor einem Jahr gelöscht und habe diese Dienste offen gestanden niemals vermisst.
Mit meinem Eingangszitat am Beginn dieses Abschnitts wollte ich vor allem dazu ermutigen, die positiven Entwicklungen in unserer Welt im Blick zu behalten, die überall zu sehen sind. Lassen wir uns nicht zu sehr beeindrucken von negativen Entwicklungen, die wir tagtäglich in den Medien serviert bekommen. Einige der handelnden Personen sind sehr alt und werden, auch wenn sie eines natürlichen Todes sterben, nicht mehr lange leben. Die Saturn-Neptun-Konjunktion ist eine Chance, ein sehr viel höheres Bewusstsein in diese Welt zu bringen. Dazu müssten wir uns aber von der Angst frei machen, mit der wir bewusst oder unbewusst jeden Tag an unserer Entfaltung und der Verwirklichung unserer größten Potenziale gehindert werden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr! Mögen Sie in der Entfaltung Ihres ureigensten Potenzials und in der Überwindung übermäßiger Ängste einen großen Schritt vorwärts kommen!
Newsletter
Der hofastro-Newsletter informiert Sie über neue Beiträge im Blog und interessante Angebote.