Das Wohl des Ganzen
Der absteigende Mondknoten hat mit einer gewissen Zwanghaftigkeit zu tun. Ging es in der Vergangenheit etwas zu sehr um Egoismus, Selbstdarstellung und rücksichtslose Individualität, sind wir jetzt aufgefordert, Gemeinschaftssinn zu entwickeln und das Wohl des Ganzen etwas mehr in den Blick zu nehmen.

Der absteigende Mondknoten (=Südknoten) zeigt uns mitgebrachte Verhaltensweisen, die es idealerweise zu überwinden gilt. Beim Südknoten in Löwe steht der Nordknoten (=aufsteigender Mondknoten) im Wassermann. Daher sollen hier subjektive und ich-bezogene Sichtweisen überwunden werden und einer offeneren, sachlicheren sowie gemeinschaftlicheren Sichtweise weichen. Soziale Gesetzmäßigkeiten und Entwicklungen sollen studiert werden und die Interessen anderer wollen wahrgenommen werden. Auch die Rechte und Freiheiten unserer Mitmenschen verlangen Respekt. Der Umgang mit Gruppen und Netzwerken soll geschult und die Fähigkeit zu abstraktem Denken erlernt werden (Bachmann, 2012). Wir sollten uns inspirieren lassen von wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Ideen anderer Menschen, um sie mit gefestigter Identität (Löwe-Prinzip) für das größtmögliche Wohl des Ganzen (Wassermann-Prinzip) einzusetzen. Was im individuellen Horoskop gilt, mag sich in gewisser Weise auch im kollektiven und politischen Geschehen der nächsten Monate widerspiegeln.
Die Mondknoten wechseln am 27. Juli 2026 von der Fische/Jungfrau- auf die Wassermann/Löwe-Achse. War es auf der Achse Fische/Jungfrau um die Überwindung bisheriger Systeme in Richtung mehr Mitgefühl gegangen, so geht es jetzt darum, bisherige Autoritäten zu hinterfragen und mehr an das Wohl des Ganzen zu denken. Die Werte des Wassermanns Gleichheit, Emanzipation, Humanismus und Wissenschaftlichkeit rücken in den Fokus, während Autokraten und Egomanen deutlich in Frage gestellt werden. Es geht nicht mehr um Glanz und Glorie, sondern um das bestmögliche Handeln für die Gemeinschaft. Revolutionen, Protestbewegungen und Gegentrends könnten jetzt in den Vordergrund des Interesses rücken. Dezentralisierung und Vernetzung sowie Solidarität in Folge humanitärer Krisen gewinnen mehr an Bedeutung. Als rationales Luftzeichen steht Wassermann auch für Innovation, d.h. den Bruch mit bisherigen Strukturen. Der Fokus liegt jetzt auf Demokratisierung und Systemerneuerung, statt einzelnen Führerpersönlichkeiten, denen geradezu religiöse Bedeutung zugeschrieben wird.
Die Mondknotenachse transitiert von 27.7.2026 bis 26.3.2028 durch Wassermann/Löwe.
Der absteigende Mondknoten repräsentiert das, was wir mitbringen und was wir möglicherweise in der Vergangenheit überbetont haben. Individuell überschätzten wir vielleicht unsere eigene Größe und Bedeutung, während wir das Wohl der Gemeinschaft (Wassermann-Pol) zu wenig im Blick hatten. Kollektiv hingen wir vielleicht in der Vergangenheit etwas zu sehr an einzelnen starken Persönlichkeiten, Schaumschlägern und sogenannten Prominenten und sind nun aufgefordert, einen Sinn für Gemeinschaft und das bestmögliche Wohl einer möglichst großen Zahl von Menschen zu entwickeln. Es geht hier vor allem um das Spannungsfeld zwischen Egoismus und Gemeinwohl.
Die Mondknotenachse
Technisch gesehen stellen die Mondknoten die Schnittpunkte der Ekliptik und der Mondbahn-Ebene dar. Sie bewegen sich dabei, anders als die Planeten, aus Erdsicht im Uhrzeigersinn einmal in 18 ½ Jahren durch den gesamten Tierkreis. Von 12. Januar 2025 bis 27. Juli 2026 befanden sich die Mondknoten auf der Achse Fische/Jungfrau, mit dem nördlichen oder aufsteigenden Mondknoten in Fische und dem südlichen oder absteigenden Mondknoten in Jungfrau. Am 27. Juli 2026 wechselt die Mondknotenachse nach Wassermann/Löwe und bleibt dort bis 26. März 2028.
In der Astrologie unterscheidet man den nördlichen und den südlichen Mondknoten, die im Tierkreis exakt gegenüber liegen. Es gibt zwei verschiedene Berechnungsmethoden für die Mondknoten, den sogenannten mittleren Mondknoten und den wahren Mondknoten. Ich verwende den deutlich genaueren, wahren Mondknoten. In Horoskop-Grafiken ist dieser meist mit einem T (für "true") in der Mitte gekennzeichnet. Für ein vertieftes Verständnis des aufsteigenden und des absteigenden Mondknoten empfiehlt es sich, beide als Achse zu deuten, da sie sich stets in gegenüberliegenden Tierkreiszeichen und Häusern befinden. Sehr vereinfacht ausgedrückt, finden wir am aufsteigenden Mondknoten das, was es gerade zu entwickeln gilt und am absteigenden Mondknoten dasjenige, woran wir zwanghaft festhängen.
Aktuell sehen viele überall nur Chaos (Fische) und ängstigen sich über sich auflösende Strukturen (Jungfrau). Sie haben dabei etwas zu wenig im Blick, dass manche Systeme zerfallen müssen, damit Neues entstehen kann. Bürokratie, Technokratie und Effizienzdenken bescheren uns auch Symptome der Erschöpfung und Sinnlosigkeit, weshalb wir uns gemäß dem Fische-Prinzip in den letzten 1 ½ Jahren auf Sinnsuche begeben haben sowie nach mehr Mitgefühl und Loslassen. Das Chaos könnte dabei gelegentlich als Geburtshelfer fungiert haben, denn erst wenn bisherige Gewissheiten verschwinden, kann wirklich Neues entstehen. Die Entwicklungsherausforderung war es also, aus dem engen Systemdenken herauszukommen und im besten Fall zu einem sehr viel ganzheitlicheren Blick auf die Welt zu kommen.
Die Mondknotenachse und Beziehungen
Im individuellen Horoskop dürften die Mondknoten neben etwaiger karmischer Bedeutung, die ja nicht überprüfbar ist, viel mit Beziehungen zu tun haben. Insbesondere Menschen, die eine genau umgekehrte Mondknoten-Orientierung in ihrem Radix haben, scheinen oft eine unwiderstehliche Faszination auf uns auszuüben. Das habe ich nicht nur selbst mehrmals erlebt, sondern auch bei einigen meiner Klienten beobachten können. Menschen, deren Mondknotenachse eine genau umgekehrte Orientierung haben, sind übrigens ungefähr 9 ¼ Jahre jünger oder älter als wir. Bei 18 ½ Jahren Altersunterschied hätten wir die exakt gleiche Zeichenstellung der Mondknoten und nach 27 ¾ (=9 ¼ x 3) ergäbe sich wieder eine exakt umgekehrte Mondknotenachse.
Ein Beispiel: Ein Mensch, der am 15.3.1990 geboren wurde, hätte seinen aufsteigenden oder nördlichen Mondknoten auf ca. 16° Wassermann. Ein zweiter Mensch, der Ende Mai 1999 geboren wäre, hätte seinen nördlichen Mondknoten auf ca. 16° Löwe. Die Mondknotenachse fällt also auf die gleichen Tierkreisgrade, hätte aber die umgekehrte Orientierung, so dass der nördliche mit dem südlichen Mondknoten des anderen in Konjunktion steht und umgekehrt.

Projiziert man die Mondknotenachse geografisch auf die Welt, so ergibt sich in der Standort-Astrologie eine Linie, die vom Wohnort ausgehend durch verschiedene Länder der Erde führt. Peter Fraiss (Sarastro College), Spezialist für Standort-Astrologie, vermutet, dass man auf dieser Mondknotenlinie am leichtesten seinen Lebenspartner finden könnte. Wir müssten dazu nur jene Orte bereisen, durch die die Mondknotenachse durchgeht. In Abbildung 2 sehen Sie beispielhaft die Mondknoten-Linie einer Klientin, standortastrologisch auf die ganze Welt projiziert. Technisch ist diese Methode der Standort-Astrologie ein wenig knifflig, weil dazu nicht das Geburtshoroskop als Basis verwendet wird, sondern das Relokations-Horoskop auf den Wohnort. Um diese Standortlinie berechnen zu können, benötige ich als Astrologe also die genauen geografischen Daten des Geburts- und Wohnorts.
Finsternisse auf der Wassermann-Löwe Achse
In der Mundanastrologie ist die Position der Mondknoten vor allem für die Berechnung von Finsternissen relevant, da jeder Neumond in der Nähe der Mondknotenachse eine Sonnenfinsternis und jeder Vollmond in der Nähe dieser Achse eine Mondfinsternis ist. Zuletzt fanden Finsternisse häufig in Jungfrau und Fische statt. Für die nächsten 18 Monate werden sie vorwiegend auf der Wassermann/Löwe-Achse stattfinden.
Wobei auf der Zeichenachse Wassermann/Löwe insgesamt fünf Sonnenfinsternisse und eine Mondfinsternis (hier fett gedruckt) stattfanden oder stattfinden werden, nämlich:
- eine ringförmige Sonnenfinsternis am 17.2.2026 auf 28°50′ Wassermann
- eine totale Mondfinsternis am 3.3.2026 auf 12°54′ Jungfrau
- eine totale Sonnenfinsternis am 12.8.2026 auf 20°02′ Löwe
- eine partielle Mondfinsternis am 28.8.2026 auf 4°54′ Fische
- eine ringförmige Sonnenfinsternis am 6.2.2027 auf 17°38′ Wassermann
- eine Halbschatten-Mondfinsternis am 20.2.2027 auf 2°06′ Jungfrau
- eine Halbschatten-Mondfinsternis am 18.7.2027 auf 25°49′ Steinbock
- eine totale Sonnenfinsternis am 2.8.2027 auf 9°55′ Löwe
- eine Halbschatten-Mondfinsternis am 17.8.2027 auf 24°11′ Wassermann
- eine partielle Mondfinsternis am 12.1.2028 auf 21°28′ Krebs
- eine ringförmige Sonnenfinsternis am 26.1.2028 auf 6°11′ Wassermann
Wie man an der Liste erkennen kann, finden nicht alle Finsternisse während des Durchganges der Mondknotenachse durch Wassermann/Löwe tatsächlich in diesen beiden Zeichen statt. Das hängt mit dem zulässigen Orbis bei Finsternissen zusammen. So kann sich die Mondknotenachse beispielsweise auf 2° Wassermann/Löwe befinden, aber ein Neu- oder Vollmond schon in den Zeichen Steinbock oder Krebs stattfinden. Dies ist beispielsweise am 18.7.2027 der Fall. Die Mondknotenachse befindet sich an diesem Tag auf 11°57′ Wassermann/Löwe, die Mondfinsternis findet in weitem Orbis und zeichenübergreifend, auf 25°49′ Steinbock statt.
Die beiden wichtigsten Finsternisse auf der Achse Wassermann/Löwe dürften die beiden totalen Sonnenfinsternisse vom 12.8.2026 und jene vom 2.8.2027 sein. Eventuell könnte auch die partielle Mondfinsternis vom 28.8.2026 sehr bedeutsam sein, weil sie in sehr genauem Quadrat mit Uranus stattfindet. Eine ähnliche Konstellation wiederholt sich bei der Halbschatten-Mondfinsternis vom 20.2.2027, die ebenfalls in sehr genauem Quadrat mit Uranus und obendrein in Konjunktion mit dem rückläufigen Mars stattfindet. Im zeitlichen Umfeld dieser Finsternisse könnte es zu plötzlichen und gänzlich unerwarteten Entwicklungen im Weltgeschehen kommen. Womöglich haben wir die Energie dieser Mondknotenachse mit der letzten Finsternis am 26.1.2028 dann vollständig integriert. Diese findet in enger Konjunktion mit Wassermann-Pluto und im beinahe bogenminutengenauen Trigon mit Zwillinge-Uranus statt.
Rückblick auf die Themen der Achse Fische/Jungfrau

Meine Hypothese lautet, dass der Transit der Mondknotenachse auch etwas mit den übergeordneten Themen in der Welt zu tun hat, gleichsam mit den globalen Lernherausforderungen.
Auf der Mondknotenachse haben wir es mit Polaritäten zu tun, die sich wechselseitig ergänzen. Wie oben bereits erwähnt, ging es auf der Fische/Jungfrau-Achse um die Rückkehr des Mitgefühls durch humanitäre Krisen, die Sehnsucht nach Spiritualität und die Auflösung von Systemen. Wir haben es hier häufig mit einer kollektiven Orientierungslosigkeit zu tun, mit der Auflösung bisheriger Gewissheiten und auch mit einer Zeit, in der viele Hintergründe sichtbar werden.
Hängen wir kollektiv im südlichen Pol fest, wollen wir Systeme absichern, Gesetze und Vorschriften noch rigoroser machen als bisher und Chaos oder Verunsicherung um jeden Preis vermeiden. Sind wir deutlicher im nördlichen Pol der Mondknotenachse verankert, können wir etwas gelassener auf die Welt blicken, mit sehr viel Mitgefühl und Geschehen lassen, ganz im Vertrauen darauf, dass Gutes entstehen kann und wird. Die Polarität lautet Mitgefühl und Krise von Systemen oder etwas klarer, Hingabe und Gottvertrauen versus Festhalten an bisherigen Systemen und bürokratischen Abläufen. Da die Entwicklungsrichtung mit dem aufsteigenden Mondknoten in Fische von Jungfrau wegführt, ginge es um eine Überwindung bisheriger Systeme und Ordnungen in Richtung auf mehr Gelassenheit und Spiritualität.
Bei dieser Mondknotenstellung sollen wir uns bewusst von der äußeren Welt abwenden und beispielsweise in der Meditation unseren inneren Frieden finden. Wir fanden Systeme vor, die nicht mehr passten und fragten jetzt, was dem Menschen wirklich angemessen wäre. Die Kälte einer bürokratischen Welt (Jungfrau) ließ Menschen emotional vertrocknen, vereinsamen und in die Depression abgleiten. Indem wir uns wieder nach innen wendeten, auf unsere Intuition hörten und mit dem spirituellen Urgrund in Berührung kamen, konnten wir wieder wahrhaft menschlich werden.
Vollständig integriert ginge es auf der Achse Fische/Jungfrau um Strukturen, Ordnungen und Abläufe, die mit Hingabe, Vertrauen und Spiritualität erfüllt werden, oder auch um handwerkliche und praktische Meisterschaft, die unser spirituelles oder religiöses Bewusstsein inspiriert. In der positivsten Entsprechung bringen echte Experten, Heilerinnen und Praktiker (analytische, medizinische und spirituelle) durch ihr detailreiches Können eine tiefe Heilung in uns zustande, die uns rational und emotional über uns selbst hinauswachsen lässt.
Auch wenn das vordergründig so erscheint, handelt es sich hier nicht um Gegensätze, sondern um einander ergänzende Pole einer einzigen Achse. Sehr spirituell ausgedrückt, muss ich zuerst ein präzises, geerdetes Fundament im Alltag (Jungfrau) entwickelt haben, um es anschließend transzendieren und im Ozean des großen Ganzen auflösen zu können (Fische), im Hinblick auf wahre Intuition, All-Liebe und das Loslassen von Kontrolle. Ansonsten bin ich nämlich einfach nur starr, kritisch und zwanghaft im Alltag gefangen, was dem nicht erlösten Zustand der Jungfrau entspräche. Wo immer wir uns nur für einen Pol entscheiden und den anderen radikal bekämpfen, ändert sich gar nichts. Denn wir bekämpfen im Außen nur uns selbst, da immer beide Pole in uns angelegt sind.
Die Themen der Wassermann/Löwe-Achse

Auf dieser Achse geht es um das Spannungsfeld zwischen individueller Selbstentfaltung und kollektiver Verantwortung. Hier soll der individuelle Selbstausdruck, das eigene Charisma und eine starke Persönlichkeit (Löwe-Pol) für das Wohl des Ganzen, für die Gemeinschaft und für eine Verbesserung der Gesellschaft (Wassermann) eingesetzt werden. Wenn wir uns zu sehr im Bereich des Südknotens aufhalten, geht es uns vielleicht hauptsächlich um Selbstdarstellung und Strahlen-Wollen, vielleicht auch ausschließlich um egoistische Ziele. Politisch und gesellschaftlich können wir möglicherweise Personen erkennen, die sich in glanzvollen Macht-Inszenierungen ergehen, aber den Nutzen für die Allgemeinheit wenig im Blick haben. Die reine Löwe-Energie kümmert sich höchst selten um Gleichberechtigung oder das größere Kollektiv.
Gemeinschaft, Gleichheit und humanitärer Fortschritt, wären hingegen Begriffe des gegenüberliegenden Zeichens Wassermann. Beim Wassermann geht es um Netzwerke, um dezentrale Strukturen und visionäre Zukunftskonzepte. Gesellschaftlich wirksam werden können Menschen aber vor allem dann, wenn sie zuvor eine starke Identität (Löwe) herausgebildet haben. Im Wassermann möchten wir kollektiv wirksam werden für Demokratisierung, Emanzipation und Humanismus.
Mit der Mondknotenachse von Löwe in Richtung Wassermann geht es darum, von bisherigen Mustern des Personenkults, autokratischer Machtstrukturen und elitärer Privilegien abzurücken und uns endlich um die Belange der Gemeinschaft und des Kollektivs zu kümmern. Wir haben in der Vergangenheit zugelassen, dass immer mehr Macht in den Händen weniger Menschen konzentriert wurde. Die Jagd nach grenzenloser Aufmerksamkeit, die Verehrung einzelner mächtiger Persönlichkeiten und der wachsende Einfluss von Milliardären haben uns in eine Schieflage gebracht. Autoritäre Herrschaftssysteme gewinnen an Stärke, wirtschaftliche Eliten konzentrieren immer mehr Macht auf sich, und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst stetig.
Gerade deshalb ist jetzt der Moment gekommen, unser Denken grundlegend zu ändern. Eine lebendige Demokratie braucht keine immer mächtigeren Einzelnen, sondern starke Gemeinschaften und Verantwortung, die auf viele Schultern verteilt ist. Wenn wir Freiheit, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt bewahren wollen, müssen wir Macht wieder breiter verteilen und demokratische Strukturen stärken. Nur so können wir eine Zukunft gestalten, in der nicht wenige über viele bestimmen, sondern viele gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Globale Krisen fordern heute eine weltweite Solidarität und Vernetzung (Wassermann) statt nationalem Egoismus und dem Pochen auf die eigene Vormachtstellung (Löwe). Wir erleben, dass hierarchische Systeme an ihre Grenzen stoßen, wenn es darum geht, komplexe globale Herausforderungen zu lösen. Die zentralisierte Macht von Regierungen, das Beharren auf Herrschaftsansprüchen sowie patriarchale Strukturen können als mundanastrologische Entsprechung des Löwe-Prinzips betrachtet werden.
Manche Herrschaftsform war vielleicht zu egozentrisch und wir haben die Bedürfnisse der breiten Masse übersehen. Hier müssen wir uns jetzt mit großem Reformeifer und sozialer Verantwortung um neue, dezentrale Gesellschaftsformen bemühen. Die Achse 5/11 ist generell eine Achse der Kreativität und des Kollektivs, und das Vorgehen, die schöpferische Kraft des Einzelnen (Löwe) in den Dienst einer zukunftsweisenden, technologischen oder gesellschaftlichen Vision (Wassermann) zu stellen, gilt als DIE Methode für echten evolutionären Fortschritt schlechthin. Dies lässt vermuten, dass uns die kommenden Jahre große gesellschaftliche Umbrüche, soziale Revolutionen und wegweisende technologische Innovationen bringen könnten. Letzteres hat natürlich auch mit dem sehr langen Aufenthalt von Pluto im Wassermann-Zeichen (2023 – 2044) zu tun (vgl. die Artikel Pluto in Wassermann – der Übergang, Pluto in Wassermann historisch und Gedanken zu Pluto in Wassermann).
Aspekte während des Wassermann/Löwe-Durchganges
Mundanastrologisch ist für den Durchgang der Mondknotenachse durch Wassermann/Löwe vor allem der Aufenthalt von Jupiter und Pluto in diesen Zeichen relevant. Jupiter wird, bedingt durch seine Rückläufigkeit, drei Mal eine exakte Konjunktion mit dem Südknoten bilden, und zwar am 12.11.2026, am 22.2.2027 und am 23.4.2027. Der Nordknoten wird seine Konjunktion mit Pluto am 16.11.2027 erreichen. Ebenfalls im Herbst des kommenden Jahres, nämlich am 1.10.2027 wird der Nordknoten ein Trigon mit Uranus bilden. Kurz vor seinem Wechsel in den Steinbock bildet der nördliche Mondknoten dann auch noch ein Quadrat mit Chiron, das am 6.3.2028 exakt sein wird. Eine gewisse Rolle dürfte auch Mars spielen, der am 16.11.2026 einmalig eine exakte Konjunktion mit dem südlichen Mondknoten in Löwe bildet, bedingt durch seine Rückläufigkeit (10. Januar – 1. April 2027) von Anfang März bis Mitte April 2027 aber weiterhin in der Nähe des absteigenden Mondknotens stehen wird.
Aufgrund des Verlaufs dieser Aspekte dürfen wir wohl erwarten, dass wir zunächst noch deutlichere Ausprägungen des Löwe-Pols dieser Mondknotenachse in der Welt sehen werden. Dies deshalb, weil Jupiter zwischen November 2026 und April 2027 drei Mal den Südknoten transitieren wird. Erst im Herbst 2027 erhält dann auch der nördliche Mondknoten Auslösungen durch Uranus und Pluto. Die maßlose Egomanie einzelner könnte dann ab dem Herbst 2027 das Fass zum Überlaufen bringen und wir besinnen uns kollektiv wieder mehr auf gemeinsame Werte, das Wohl der Allgemeinheit oder jedenfalls der größtmöglichen Zahl von Menschen.
Die Mondknotenachse im persönlichen Erleben
Für die Beurteilung der persönlichen Bedeutung der Mondknotenachse ist entscheidend, durch welches Haus bzw. welche Häuser die Mondknotenachse aktuell in Ihrem Radix transitiert. Dort, wo der aufsteigende Mondknoten im Wassermann transitiert, gilt es jetzt etwas zu lernen und sich um neue Impulse zu kümmern. Dort, wo der absteigende Mondknoten transitiert, gälte es, sich von bisherigen Alleingängen und Egoismen zu verabschieden oder diese einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Falls Sie astrologische Vorkenntnisse haben und sich näher mit dem Thema der Mondknoten-Achse beschäftigen möchten, beachten Sie bitte auch die angegebene Literatur.
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